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...Fortsetzung Carsten Albers: GESCHICHTE DER GERMANISTIK IN MÜNSTER
Auszug aus:
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| Chronologie |
| 1780 | Am 16. April erfolgt die feierliche Konstituierung der Universität Münster (später umbenannt in 'Königlich Theologische Akademie'). |
| 1801 | Johann Christoph Schlüter (1767 – 1841) wird zum 'ordentlichen Professor des deutschen Stils' in Münster
ernannt. Veröffentlichungen: Tacitus, 'Über Germanien' (lat. und dt., 1798) Sallust, 'Werke' (lat. und dt., 1806/07).
[Anmerkung: Vgl. Meves (1994: 119 f.) Damit ist Schlüter, nach Meves' Ausführungen, zu Beginn des 19. Jahrhunderts der erste 'eigentliche Professor' für deutsche Sprache und Literatur in Deutschland.] |
| 1843 | Ferdinand Deycks (1802 – 1867) übernimmt die Nachfolge des 1841 verstorbenen Johann Christoph Schlüter und wird ordentlicher Professor für das 'Fach der römischen Litteratur und Alterthumswissenschaft und für die Geschichte der deutschen National Litteratur mit besonderer Rücksicht auf Aesthetik, Stilistik und Rhetorik'. Veröffentlichung: 'De Megaricorum doctrina ejusque apud Platonem et Aristotelem vestigiis' (1827). |
| 1852 | Die philosophische Fakultät an der Akademie Münster äußert gegenüber dem preußischen Kultusministerium den Wunsch nach Gründung einer Professur für deutsche Sprache und Literatur mit Einschluß der Ästhetik und Rhetorik. Da von Seiten des Ministeriums zunächst keine Reaktion erfolgt, erneuern Rektor und Senat ihre Bitte im Jahre 1856. |
| 1859 | Wilhelm Storck (1829 – 1905) wird im September des Jahres 1859 zum ersten außerordentlichen Professor der deutschen Sprache und Literatur ernannt. |
| 1868 | Storck wird ordentlicher Professor, Dissertation ('De declinatione nominum substantivorum et adiectivorum in lingua Palica' (1858)) und Habilitationsschrift über grammatische Fragen des Pali. |
| 1882 | Franz Jostes (1858 – 1925) wird sein Nachfolger (Habilitation 1882) und liest zunächst ohne Gehalt. Seine Themengebiete sind breit gestreut; er lehrt u.a. über die vorchristlichen Altertümer, die germanische Götterlehre, westfälische Trachten, niederdeutsche Sprachelemente und Fachsprachen, den Helianddichter und seine Heimat, deutsches Predigtwesen, deutsche Bibelübersetzungen im Mittelalter, westfälische Satiriker des 15. Jahrhunderts, Städtechroniken, niederrheinische Mystiker und den 'Parzival'. Veröffentlichungen: 'Die Waldenser und die vorlutherische Bibelübersetzung' (1855), 'Die Kaiser- und Königsurkunden des Osnabrücker Landes' (1899). |
| 1885 | Christian Bartholomae (1855 – 1925) wird außerordentlicher Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft in Münster. |
| 1885 | Jostes folgt einem Ruf an die neugegründete Katholische Universität Freiburg/Schweiz. |
| 1890 | Jostes kehrt als Privatdozent an die Königlich Theologische Akademie in Münster zurück. |
| 1894 | In einem Schreiben vom 20. Juli regen Professor Wilhelm Storck und der Privatdozent Dr. Carl Drescher von Seiten der Akademie die Einrichtung eines 'germanischen Seminars' an. Storck und Drescher wenden sich in dieser Angelegenheit an den Kurator bzw. den 'Minister der geistlichen, Unterrichts-und Medizinalangelegenheiten', Bosse. |
| 1895 | Am 1. April 1895 wird das Germanistische Seminar an der Akademie Münster gegründet. Damit erhält die aus einer katholisch-theologischen und einer philosophischen Fakultät bestehende Akademie Münster als letzte der Hochschulen Preußens und des Deutschen Reiches überhaupt ein Germanistisches Seminar. |
| 1898 | Bartholomae wird nach Gießen berufen. Das Extraordinariat erhält Wilhelm Streitberg (1864 – 1925). |
| 1902 | Die Akademie wird mit der Einrichtung
einer dritten Fakultät, nämlich der juristischen, zur Universität
erhoben. Das Germanistische Seminar erhält eigene Räumlichkeiten. Das Seminar wird in eine Ältere und eine Neuere Abteilung aufgeteilt. Jostes wird Ordinarius und zum Direktor des Germanistischen Seminars, Julius Schwering (1863 – 1942) zum außerordentlichen Professor ernannt. |
| 1906 | Schwering wird Ordinarius und Direktor
des Germanistischen Seminars. Er befaßt sich in Forschung und Lehre
schwerpunktmäßig mit Freiligrath, F. W. Weber und Annette von
Droste-Hülshoff, seine Veranstaltungen reichen literaturgeschichtlich
vom Mittelalter bis zum Realismus. Karl d'Ester promoviert bei Schwering über den 'Journalismus in Westfalen' und wird 1923 Deutschlands erster hauptamtlicher Professor für Zeitungswissenschaft in München. |
| 1907 | Otto Hoffmann, Dr. med., Dr. jur. h.c., (1865 – 1940) wird Professor für Vergleichende Sprachwissenschaft und erhält nach Streitbergs Berufung nach München 1909 das Ordinariat. |
| 1921 | Der Privatdozent Paul Kluckhohn (1886 – 1957) übernimmt die Vertretung des beurlaubten Professor Jostes. Veröffentlichungen: 'Die Ministerialität in Südostdeutschland vom 10. bis zum Ende des 13. Jahrhunderts' und 'Novalis' (1928). (Jostes bittet im Juni 1923 um Entbindung "von der Verpflichtung, Vorlesungen zu halten".) |
| 1923 | Arthur Hübner (1887 – 1937) erhält einen Ruf nach Münster und übernimmt im Oktober die Nachfolge Jostes'. Er beschäftigt sich intensiv mit Goethe und schreibt Bücher über Volkslied und Mundart. Veröffentlichungen: 'Daniel, eine deutsche Ordensdichtung'. Er ist Herausgeber der 'Deutschen Texte des Mittelalters'. |
| 1926 | Karl Schulte-Kemminghausen (1892 – 1964) habilitiert sich mit einer von Arthur Hübner betreuten Arbeit und erhält im Februar 1926 die Venia legendi für Deutsche Philologie. Forschungsschwerpunkt: Annette von Droste-Hülshoff. Veröffentlichungen zu niederdeutscher Mundart. |
| 1927 | Hübner folgt einem Ruf nach Berlin, um den Lehrstuhl seines akademischen Lehrers Gustav Roethe zu übernehmen. Der nichtbeamtete außerordentliche Professor an der Universität Marburg Kurt Wagner übernimmt für kurze Zeit die Vertretung Hübners. |
| 1928 | Julius Schwietering (1884 – 1962)
übernimmt im Januar 1928 die Nachfolge Hübners und wird zum ordentlichen
Professor ernannt. Veröffentlichungen: 'Die Demutsformel mittelhochdeutscher
Dichter' (1921) und 'Der Tristan Gottfrieds von Straßburg und die
Bernhardinische Mystik' (1943). Der nichtbeamtete außerordentliche Professor Leopold Magon (1887 – ?), Mitglied der Neueren Abteilung, verläßt zum Wintersemester 1928/29 Münster, um eine Stelle als ordentlicher Professor an der Universität Greifswald zu übernehmen. Forschungsschwerpunkt: Neuere skandinavische Literatur und ihre Beziehung zur deutschen Literatur. |
| 1929 | Schwering wird im März emeritiert,
das Ordinariat wird in ein Extraordinariat umgewandelt. Ferdinand Hestermann (1878 – ?) wird Privatdozent mit dem Lehrgebiet 'Allgemeine Sprachwissenschaft und Völkerkunde'. Veröffentlichungen: 'Die Afrikanistik bis 1913' und 'Der Satzbau im Lykischen' (1926). Im Mai habilitiert sich der Privatdozent Georg Stefansky (1897 – 1957) um. Er kommt von der Deutschen Universität in Prag. Veröffentlichungen: 'Das Wesen der deutschen Romantik: Kritische Studien zu ihrer Geschichte' (1923) und 'Die Macht des historischen Subjektivismus' (1924). |
| 1930 | Günther Müller (1890 – 1957) kommt über Göttingen und Freiburg/Schweiz, wo er Lehraufträge hatte, nach Münster. Er wird zum 'persönlichen Ordinarius' ernannt (planmäßiges Extraordinariat). Veröffentlichungen: 'Deutsche Dichter und Denker vom Mittelalter zur Neuzeit' (1934) und 'Geschichte der deutschen Seele: Vom Faustbuch zu Goethes Faust' (1939). |
| 1932 | Im Mai 1932 folgt Julius Schwietering einem Ruf an die Universität Frankfurt a.M. Im Juli wird Jost Trier (1894 – 1970) als Nachfolger von Schwietering nach Münster berufen. (Auf der Berufungsliste stand er, nach Friedrich Ranke, auf Platz 2.) Veröffentlichungen: 'Der heilige Jodocus. Sein Leben und seine Verehrung, zugleich ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Namengebung' (Diss. 1924) und 'Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes. Die Geschichte eines sprachlichen Feldes. Von den Anfängen bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts'. (1931, Habil. 1928). Als nicht beamteter, außerordentlicher Professor übernimmt René van Sint Jan (1887 – 1970) das Lektorat der niederländischen Sprache und Philologie. Veröffentlichungen: 'Gezelle-Literatuur' (1924) und 'Het West-Flaamsch van Guido Gezelle' (1930). |
| 1933 | Dem jüdischen Privatdozenten Georg Stefansky wird im September 1933 aufgrund des nationalsozialistischen Beamtengesetzes seine Lehrbefugnis entzogen. Er geht zurück nach Prag, 1936 nach Genf und emigriert 1939 in die USA, wo er in New York Soziologie lehrt. |
| 1934 | Karl Schulte-Kemminghausen wird zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor mit der Lehrbefugnis 'Deutsche Philologie' ernannt. |
| 1935 | Alfred Schmitt (1888 – 1976) wird außerordentlicher Professor für Vergleichende Sprachwissenschaft, ab Februar 1941 ordentlicher Professor. Veröffentlichungen: 'Untersuchungen zur allgemeinen Akzentlehre mit einer Anwendung auf den Akzent des Griechischen und Lateinischen' (1922) und 'Akzent und Diphthongierung' (1931). |
| 1936 | Im Dezember 1936 wird Heinz Kindermann (1894 – 1985) auf Anordnung des Reichsamtes für das Hochschulwesen – zunächst kommissarisch – mit der Wahrnehmung einer ordentlichen Professur des neugegründeten Lehrstuhls für deutsche Literatur- und Theatergeschichte beauftragt; er wird 1937 Direktor des Germanistischen Seminars. Müller und Trier müssen sich mit dem ideologisch konformen Kindermann arrangieren. Veröffentlichungen: 'Durchbruch der Seele. Literaturhistorische Studie über die Anfänge der 'Deutschen Bewegung' vom Pietismus zur Romantik' (1928) und 'Dichtung und Volkheit. Grundzüge einer neuen Literaturwissenschaft' (1937). |
| 1937 | Erich Hofmann (1895 – 1982) wird Professor für vergleichende Sprachwissenschaft und slavische Philologie. Veröffentlichungen: 'Ausdrucksverstärkung. Untersuchungen zur etymologischen Verstärkung und zum Gebrauch der Steigerungsadverbia im Balto-Slavischen und in anderen indogermanischen Sprachen' (1930) und 'Der Meistersinger Martin Maier' (1931). Hofmann wird 1940 nach Prag berufen. |
| 1938 | Als Privatdozent lehrt Gottfried Baumecker (1908 -1942) in der Neueren Abteilung. Nach kurzer Lehrtätigkeit wird er zum Kriegsdienst eingezogen und fällt im Oktober 1942. Veröffentlichungen: 'Schillers Schönheitslehre' (1937). |
| 1943 | Im März nimmt Kindermann einen
Ruf in seine Heimatstadt Wien an. Im April wird Müller auf eigenen Antrag hin vorzeitig in den Ruhestand versetzt. (Es war Müller nahegelegt worden, diesen Antrag zu stellen.) Benno von Wiese und Kaiserswaldau (1903 – 1987) wird berufen, ist aber zunächst noch im Krieg. Veröffentlichungen: 'Friedrich Schlegel. Ein Beitrag zur Geschichte der romantischen Konversionen' (1927) und 'Der Mensch in der Dichtung. Studien zur deutschen und europäischen Literatur' (1958). |
| 1944 | William Foerste (1911 – 1967)
erhält die 'Planmäßige außerordentliche Professur
für Niederdeutsche Philologie und Volkskunde (mit Berücksichtigung
des Niederländischen)', nachdem er bereits seit 1940 mit deren Vertretung
beauftragt war. Veröffentlichungen: 'Der Einfluß des Niederländischen
auf den Wortschatz der jüngeren niederdeutschen Mundarten Ostfrieslands'
(1938) und 'Das Niederdeutsche in der politischen Werbung des 17. und 18.
Jahrhunderts '(1943). Müllers Lehrstuhl bekommt die spezifizierende Bezeichnung 'Lehrstuhl für Deutsche Philologie, insbesondere Neuere deutsche Literaturgeschichte' und wird mit Benno von Wiese besetzt. |
| 1945 | Das Seminargebäude am Breul wird durch Bomben zerstört. (In dieses Gebäude hatte man das Germanistische Institut verlegt, nachdem das ursprüngliche Haus, das sogenannte 'Jesuitenkolleg' im Bereich des heutigen Fürstenberghauses, zerstört worden war.) Da der Keller, in dem die Bibliothek untergebracht ist, unter Wasser steht, wird das Germanistische Institut auf Initiative Jost Triers vorübergehend in dessen Privathaus in der Waldeyerstraße untergebracht. |
| 1946 | Foerste hat den Vorsitz der Volkskundlichen Kommission und des Westfälischen Wörterbucharchivs inne. Die sprachliche Abteilung des Instituts für Altertumskunde wird in ein selbständiges 'Seminar für Vergleichende Sprachwissenschaft' umgewandelt. |
| 1947 | Alfred Schmitt wird zum Direktor des Seminars für Vergleichende Sprachwissenschaft ernannt. (Schmitt war bereits 1941 berufen worden, trat wegen seiner Teilnahme am Krieg den Dienst aber erst 1946 an.) |
| 1948 | Die alte Philosophische Fakultät wird in eine Mathematisch-Naturwissenschaftliche und eine Philosophische (philologisch-historische Fächer) aufgeteilt. Dekane der früheren Philosophischen und Naturwissenschaftlichen Fakultät waren: 1931/32 Wackernagel, 1932/33 Ley, 1933/34 Eitel, 1934/35 Baumstark (vorzeitig ausgeschieden) und 1935/36 Trier. |
| 1949 | Auf Betreiben Jost Triers und Benno von Wieses werden die Studiobühne und das Lektorat für Sprecherziehung eingerichtet. Lektor wird der ehemalige Schauspieler und Regisseur Peter Otten. |
| 1950 | Erich Trunz (geb. 1905), seit
1940 Professor an der Universität Prag, wird mit der Lehrbefugnis
'Neuere deutsche Literaturgeschichte' nach Münster berufen. 1955 erhält
er eine ordentliche Professur. Veröffentlichungen: 'Dichtung und Volkstum
in den Niederlanden im 17. Jahrhundert. Ein Vergleich mit Deutschland und
ein Überblick über die niederländisch-deutschen Beziehungen
in diesem Jahrhundert' (1937); Herausgeber der Hamburger Ausgabe vn Goethes
Werken (1948 – 1960). Die Volkskunde erhält ein eigenes Institut mit Ordinariat. Erster Ordinarius wird Bruno Schier (1902 – 1984), ordentlicher Professor an der Universität Leipzig; er erhält 1951 den Lehrstuhl. Seine Lehrbefugnis lautet 'Deutsche Volkskunde unter besonderer Berücksichtigung des ostdeutschen Volkstums'. Veröffentlichungen: 'Hauslandschaften und Kulturbewegungen im östlichen Mitteleuropa' (1932, 2. Aufl. 1966) und 'Geschichte des Wortes Rauchware' (1950). |
| 1951 | Foerste erhält das Ordinariat für Niederdeutsch und Niederländisch, dann das Ordinariat für Deutsche Philologie. |
| 1952 | Clemens Heselhaus (geb. 1912), seit 1946 in der Lehre tätig, wird außerplanmäßiger Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte und deutsche Sprache. (Ab 1961 ordentlicher Professor an der Universität Gießen). Veröffentlichungen: 'Anton Ulrichs Amarena. Studien zur dichterischen Struktur des deutschbarocken 'Geschichtsgedicht'' (1939) und 'Annette von Droste-Hülshoff. Sein und Ganzheit' (1945/46). |
| 1955 | Hans-Egon Hass (geb. 1916), Dr. phil., Dr. jur., wird Professor für das Lehrgebiet 'Deutsche Philologie, insbesondere Neuere deutsche Literaturgeschichte'. (Ab 1957 Freie Universität Berlin). Veröffentlichungen: 'Heinrich Heine' (1949). |
| 1956 | Einrichtung eines Instituts für
Phonometrie. Lehrstuhlinhaber und Direktor wird Dr. med. Dr. phil. Eberhard
Zwirner (1899 – 1984). Veröffentlichungen: 'Zum Begriff der Geschichte'
(1926) und 'Textliste neuhochdeutscher Vorlesesprache bayrischer Färbung'
(1937). Peter Hartmann (1923 – 1984), seit 1953 Dozent für Indogermanische und Allgemeine Sprachwissenschaft, wird ordentlicher Professor für Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft. Veröffentlichungen: 'Einige Grundzüge des japanischen Sprachbaues' (1952) und 'Syntax und Bedeutung' (1964). Alfred Schmitt wird emeritiert. |
| 1957 | Benno von Wieses Lehrstuhl übernimmt
Wolfdietrich Rasch (1903 – 1986). Veröffentlichungen: 'Freundschaftskult
und Freundschaftsdichtung im deutschen Schrifttum des 18. Jahrhunderts'
(1936) und 'Goethes Iphigenie auf Tauris als Drama der Autonomie' (1979). Hennig Brinkmann (geb. 1901), ordentlicher Professor der Universität Frankfurt, erhält einen Lehrauftrag für 'Lateinische Dichtung des Mittelalters, besonders in Deutschland'. (Ab 1964 lehrt er in der Abteilung 'Mittellateinische Philologie'. Er wird 1969 emeritiert). Veröffentlichungen: 'Geschichte der lateinischen Liebesdichtung im Mittelalter' (1925) und 'Sprachwandel und Sprachbewegungen in althochdeutscher Zeit' (1931). Erich Trunz geht nach Kiel. |
| 1958 | An der Stelle des im Krieg zerstörten Akademie-Gebäudes wird das Fürstenberghaus gebaut. In ihm wird
später auch die Germanistik untergebracht. Der außerordentliche Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte wird mit Albrecht Schöne (geb. 1925) besetzt. Veröffentlichungen: 'Säkularisation als sprachbildende Kraft' (1958) und 'Emblematik und Drama im Zeitalter des Barock' (1964). |
| 1960 | Schöne wird ordentlicher Professor
in Göttingen. Auf den Lehrstuhl Schönes wird Günther
Weydt (geb. 1906) berufen. Veröffentlichungen: 'Naturschilderung
bei Annette von Droste-Hülshoff und Adalbert Stifter. Beiträge
zum 'Biedermeierstil' in der Literatur des Neunzehnten Jahrhunderts.' (Diss.
1930) und 'Friedrich der Große und Möser. Zum Problem einer
nationalen Kultur' (1944, Habil. 1935). Karl Ludwig Schneider (geb. 1919) erhält eine planmäßige außerordentliche Professur für 'Neuere deutsche Literaturgeschichte'. Veröffentlichungen: 'Der bildhafte Ausdruck in den Dichtungen Georg Heyms, Georg Trakls und Ernst Stadlers. Studien zum lyrischen Sprachstil des deutschen Expressionismus' (Diss. 1950) und 'Klopstock und die Erneuerung der deutschen Dichtersprache im 18. Jahrhundert' (Habil. 1960). Karl-Heinz Borck (geb. 1923) habilitiert sich. Referent ist Jost Trier. Borck lehrt anschließend als Privatdozent Deutsche Philologie. Veröffentlichungen: 'Der Tanz zu Kölbigk. Überlieferung und Dichtungsgeschichtliche Bedeutung' (Diss. 1951) und 'Wolframs Lieder. Philologische Untersuchungen' (Habil. 1959). Das Institut für Phonometrie wird nach dem Weggang Zwirners aufgelöst und in eine Abteilung für Phonetik am Seminar für Vergleichende Sprachwissenschaft umgewandelt. Klaus Günther Just (1923 – 1977) lehrt als Privatdozent für Neuere deutsche Literaturgeschichte (bis 1964). 1965 lehrt er in Münster als Gastprofessor der Ruhr-Universität Bochum. Veröffentlichungen: Herausgeber von 'Daniel Casper von Lohenstein. Sämtliche Trauerspiele'. 3 Bde. (1953 – 57) und 'Von der Gründerzeit bis zur Gegenwart. Geschichte der deutschen Literatur seit 1871' (1973). |
| 1961 | Ein Extraordinariat für Neuere deutsche Literaturgeschichte wird eingerichtet und zunächst mit Wolfgang Preisendanz (geb. 1920) besetzt. Veröffentlichungen: 'Die Spruchform in der Lyrik des alten Goethe und ihre Vorgeschichte seit Opitz' (Diss. 1951) und 'Humor als dichterische Einbildungskraft. Studien zur Erzählkunst des poetischen Realismus' (Habil. 1963). |
| 1962 | erhält Hans Joachim Schrimpf
(geb. 1927), ein Schüler Benno von Wieses, diese Stelle. Veröffentlichungen:
'Das Problem der Bewahrung und des Bleibenden beim späten Goethe mit
besonderer Berücksichtigung von Wilhelm Meisters Wanderjahren' (Diss.
1951) und 'Lessing und Brecht. Von der Aufklärung a. d. Theater' (1965,
Habil. 1962). Preisendanz erhält eine ordentliche Professur. |
| 1962 | Einrichtung des Nordischen Seminars. Das neu eingerichtete 'Ordinariat für Germanische Philologie unter besonderer Berücksichtigung des Nordischen' wird mit Dietrich Hofmann (geb. 1923) besetzt. Veröffentlichungen: 'Nordisch-englische Lehnbeziehungen der Wikingerzeit' (Diss. 1952) und 'Die k-Diminutiva im Nordfriesischen und in verwandten Sprachen' (Habil. 1961). Das Haus Johannisstraße 1-4 wird fertiggestellt. In ihm ist zunächst das Geographische Institut untergebracht. Ab 1971 ist es das Haus der Älteren Abteilung. |
| 1963 | Jost Trier wird emeritiert. Foerste erhält das Ordinariat für Germanische Philologie (Schwerpunkt: Sprachgeschichte). Das Ordinariat für Germanistik, Schwerpunkt Neuere deutsche Literaturgeschichte, erhält Preisendanz. |
| 1964 | Das Ordinariat für deutsche Philologie
(Schwerpunkt: ältere deutsche Literatur) erhält Friedrich
Ohly (geb. 1914), ein Schüler Schwieterings. Veröffentlichungen:
'Sage und Legende in der Kaiserchronik. Untersuchungen über Quelle
und Aufbau der Dichtung' (Diss. 1940) und 'Grundzüge einer Geschichte
der Hoheliedauslegung des Abendlandes bis um 1200' (Habil. 1944, veröffentlicht
1958). Schrimpf wird auf einen Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte wegberufen. Jacob Steiner wird (bis 1968) Nachfolger Schrimpfs. Veröffentlichungen: 'Sprache und Stilmittel in Goethes Wilhelm Meister' (1959) und 'Rilkes Duineser Elegien' (1962). |
| 1965 | Ab dem Wintersemester 1965/66 erscheinen
die Veranstaltungen des Fachbereichs Germanistik im Vorlesungsverzeichnis
unter der Überschrift 'Deutsche und Nordische Philologie'. Ein dritter Lehrstuhl für ältere Germanistik wird eingerichtet und mit Marie-Luise Dittrich (geb. 1911) als ordentlicher Professorin besetzt. Veröffentlichungen: 'Williram von Ebersberg und Otloh von S. Emmeram. Charakterologische Studien zum inneren Vollzug einer Zeitenwende in Deutschland ' (Diss. 1937) und 'Die Eneide Heinrichs von Veldeke. I. Teil: Quellenkritischer Vergleich mit dem Roman d'Eneas und Vergils Aeneis' (1966). Roland Harweg (geb. 1934) lehrt als Privatdozent am Seminar für Vergleichende Sprachwissenschaft (bis 1969, heute Professor in Bochum). Veröffentlichungen: 'Kompositum und Katalysationstext, vornehmlich im späteren Sanskrit' (1965, Diss. 1961) und 'Pronomina und Textkonstitution' (1968, Habil. 1965). Johannes Rathofer (geb. 1925) lehrt als Privatdozent Deutsche Philologie (bis 1967, heute Professor in Köln). Veröffentlichungen: 'Der Heliand. Theologischer Sinn als tektonische Form' (Diss. 1961) und 'Das Goldene Evangelienbuch Kaiser Heinrichs III' (1980). Mit der Vertretung eines Ordinariats für Deutsche Philologie wird Alois Wolf (geb. 1929), der an der Universität Salzburg lehrt, beauftragt. Veröffentlichungen: 'Gregorius bei Hartmann von Aue und Thomas Mann' (1964) und 'Gestaltungskerne und Gestaltungsweisen in der altgermanischen Heldendichtung' (1965). |
| 1966 | Hinrich Siuts (geb. 1932) lehrt
als Privatdozent Volkskunde am Volkskundlichen Seminar. Veröffentlichungen:
'Bann und Acht und ihre Grundlagen im Totenglauben' (Diss. 1956) und 'Die
Ansinglieder zu deutschen Kalenderfesten' (1968). Karl Horst Schmidt (geb. 1929) wird ordentlicher Professor für Indogermanische Sprachwissenschaft. Veröffentlichungen: 'Die Komposition in gallischen Personennamen' (1957, Diss. 1954) und 'Studien zur Rekonstruktion des Lautstandes der südkaukasischen Grundsprache' (Habil. 1962). Preisendanz wird emeritiert. |
| 1967 | Das Niederländische Seminar wird
gegründet. Mit der vertretungsweisen Wahnehmung eines Ordinariats für Nordische Philologie wird Bjarne Ulvestad beauftragt. Gerhart Meyer, ordentlicher Professor der Universität Mainz, wird mit der Vertretung eines Ordinariats beauftragt. Claus Haebler (geb. 1931) wird als ordentlicher Professor ans Seminar für Vergleichende Sprachwissenschaft berufen. Veröffentlichungen: 'Grammatik der albanischen Mundart von Salamis' und seit 1960 Beiträge in 'A Critical Pali Dictionary'. |
| 1968 | Helmut Arntzen (geb. 1931) erhält
den Lehrstuhl Steiners, den er seit 1967 vertreten hatte. Veröffentlichungen:
'Der moderne deutsche Roman' (1962) und 'Literatur im Zeitalter der Information'
(1971). Wolfgang Martens (geb. 1924) wird Nachfolger von Preisendanz (ab 1974 Wien). Veröffentlichungen: 'Bild und Motiv im Weltschmerz. Studien zur Dichtung Lenaus' (1957) und 'Die Botschaft der Tugend der Aufklärung im Spiegel der deutschen Moralischen Wochenschriften' (1968). Das Seminar für Vergleichende Sprachwissenschaft wird auf Antrag Haeblers und Hartmanns in 'Institut für Sprachwissenschaft' umbenannt. |
| 1969 | Rudolf Schützeichel (geb.
1927) erhält den zunächst mit Trier, dann mit Foerste besetzten
Lehrstuhl. Veröffentlichungen: 'Die Grundlagen des westlichen Mitteldeutschen:
Studien zur historischen Sprachgeschichte' (Habil. 1960) und 'Althochdeutsches
Wörterbuch' (1969).
Eine ordentliche Professur für
Niederländische und Niederdeutsche Philologie erhält Jan Goossens
(geb. 1930). Veröffentlichungen: 'Semantische vraagstukken uit de
taal van het landbouwbedrijf in Belgisch Limburg' (1963) und 'Die niederländische
Strukturgeographie und die 'Reeks Nederlandse Dialectclassen'' (1965). Als Privatdozent lehrt Dr. rer. nat. Klaus Brockhaus (geb. 1933) im Jahr 1969 Allgemeine Sprachwissenschaft (später Universität Konstanz). Veröffentlichungen: 'Untersuchung zu Carnaps logischem Aufbau der Welt' (Diss. 1963) und 'Automatische Übersetzung. Untersuchungen am Beispiel der Sprachen Englisch und Deutsch' (1971, Habil. 1969). Ebenfalls als Privatdozent lehrt im selben Jahr Wolfgang Harms (geb. 1936) Deutsche Literatur des Mittelalters (später Universität Hamburg). Veröffentlichungen: 'Der Kampf mit dem Freund oder Verwandten in der deutschen Literatur bis um 1300' (Diss. 1964) und 'Homo viator in bivio. Studien zur Bildlichkeit des Weges' (1970, Habil. 1969). Mit der Vertretung eines Ordinariats für Neuere deutsche Literaturgeschichte beauftragt wird Wolfgang Frühwald (geb. 1935), Privatdozent an der Universität München 1970 – 74, ordentlicher Professor Universität Trier, seit 1989 Vize-Präsident Universität München. Veröffentlichungen: 'Der St. Georgener Prediger. Studien zur Wandlung des geistlichen Gehaltes' (1963, Diss. 1961) und 'Das Spätwerk Clemens Brentanos (1815 – 1842): Romantik im Zeitalter der Metternich'schen Restauration' (Habil. 1972). |
| 1970 | Den Lehrstuhl Rasch erhält Herbert
Kraft (geb. 1938). Veröffentlichungen: 'Schillers Kabale und Liebe.
Das Mannheimer Soufflierbuch' (1963, Diss. 1962) und 'Poesie der Idee.
Die tragische Dichtung Friedrich Hebbels' (1970). Als Privatdozent für Germanische Philologie lehrt Rolf Bergmann (geb. 1937) am Fachbereich Germanistik (ab 1972 Wiss. Rat und Professor, 1973 ordentlicher Professor Universität Augsburg, ab 1977 Universität Bamberg). Veröffentlichungen: 'Mittelfränkische Glossen. Studien zu ihrer Ermittlung und sprachgeographischen Einordnung' (Diss. 1966) und 'Studien zu Entstehung und Geschichte der deutschen Passionsspiele des dreizehnten und vierzehnten Jahrhunderts' (1972, Habil. 1970). Hans Schottmann (geb. 1932) wird ordentlicher Professor für Nordische Philologie und Deutsche Philologie. Veröffentlichungen: 'Metapher und Vergleich in der Sprache Friedrich Hölderlins' (1960, Diss. 1958) und 'Die isländische Mariendichtung. Untersuchungen zur volkssprachlichen Mariendichtung des Mittelalters' (Habil. 1970). |
| 1971 | Als Privatdozentin für Neuere deutsche
Literaturwissenschaft lehrt nach ihrer Habilitation bis zum Sommersemester
1972 Renate von Heydebrand (geb. 1933) am Fachbereich Germanistik.
Veröffentlichungen: 'Die Reflexion Ulrichs in Robert Musils Roman
'Der Mann ohne Eigenschaften'. Ihr Zusammenhang mit dem zeitgenössischen
Denken' (1966) und 'Eduard Mörikes Gedichtwerk. Beschreibung und Deutung
der Formenvielfalt und ihrer Entwicklung' (1972). Willy Sanders (geb. 1934) lehrt als Privatdozent (ab 1974 in Kiel) als außerplanmäßiger Professor Deutsche Philologie mit Einschluß des Niederdeutschen und Niederländische Philologie. Veröffentlichungen: 'Glück. Zur Herkunft und Bedeutungsentwicklung eines mittelalterlichen Schicksalsbegriffs' (Diss. 1963) und 'Der Leidener Willeram. Untersuchungen zu Handschrift, Text und Sprachform' (1974, Habil. 1970). Ruth Schmidt-Wiegand (geb. 1921) lehrt als Privatdozentin und ab 1980 als Professorin für Deutsche Philologie am Fachbereich Germanistik. Veröffentlichungen: 'Ist die Lex Salica eine Fälschung? Kritik einer neuen These über die Entstehung der Lex Salica und verwandter fränkischer Rechtsquellen' (Diss. 1951) und 'Fränkische und frankolateinische Bezeichnungen für soziale Schichten und Gruppen in der Lex Salica' (1972). Hans Geulen (geb. 1932) lehrt zunächst als Privatdozent, später als Professor Neueste deutsche Literaturgeschichte. Veröffentlichungen: 'Max Frischs Roman 'Homo Faber'. Studien und Interpretationen' (Diss. 1962) und 'Erzählkunst der frühen Neuzeit' (1975). Die Ältere Abteilung zieht im Juli in das Haus Johannisstraße 1-4 ein. |
| 1972 | Nach ihrer Umhabilitation an die Westfälische
Wilhelms-Universität im Jahre 1968 erhält Lea Ritter-Santini
(geb. 1928) nach ihrer Tätigkeit als Dozentin und außerplanmäßige
Professorin eine ordentliche Professur für Vergleichende Literaturwissenschaft
(Germanische Sprachen und Literatur, Romanische Sprachen und Literatur).
Veröffentlichungen: 'L'Italiano Heinrich Mann' (1965) und 'La scienza
della persuasione' (1969). Wolfgang Bender (geb. 1935), Wissenschaftlicher Rat und Professor, lehrt am Fachbereich Germanistik Deutsche Philologie. Veröffentlichungen: 'Verwirrung und Entwirrung in der 'Octavia Roemische Geschichte' Herzog Anton-Ulrichs von Braunschweig' (Diss. 1964) und 'Lessing in heutiger Sicht' (1977). Eberhard-Wilhelm Schulz (1926-1994), Wissenschaftlicher Rat und Professor, lehrt Deutsche Philologie am Fachbereich Germanistik. Veröffentlichungen: 'Das Problem des Menschen bei Georg Heym' (Diss. 1953) und 'Wort und Zeit. Aufsätze und Vorträge zur Literaturgeschichte' (1968), Habilitation 1969 über Theodor Fontane. Zunächst als Dozent, ab 1978 als außerplanmäßiger Professor und ab 1980 als Professor lehrt Jochen Splett (geb. 1938) am Fachbereich Germanistik mit der Lehrbefugnis 'Deutsche Sprache'. Veröffentlichungen: 'Abrogans-Studien. Kommentar zum ältesten deutschen Wörterbuch' (Habil. 1976) und 'Althochdeutsches Wörterbuch. Analyse der Wortfamilienstrukturen, zugleich Grundlegung einer zukünftigen Strukturgeschichte des deutschen Wortschatzes' (1993). Ludwig Völker (geb. 1938). Lehrt zunächst als Dozent, später als Professor. Lehrbefugnis für Neuere deutsche Literatur. Veröffentlichungen: 'Die Terminologie der mystischen Bereitschaft in Meister Eckharts deutschen Predigten und Traktaten' (1964) und 'Langeweile. Untersuchungen zur Vorgeschichte eines literarischen Motivs' (1975). Helmut Gipper (geb. 1919) wird Direktor des Instituts für Allgemeine Sprachwissenschaft und übernimmt den Lehrstuhl Hartmanns, der seit Hartmanns Berufung nach Konstanz im Jahr 1969 vakant war. Veröffentlichungen: 'Sprachliche und geistige Metamorphosen bei Gedichtübersetzungen. Eine sprachvergleichende Untersuchung zur Erhellung deutsch-französischer Geistesverschiedenheit' (1966, Diss. 1950) und 'Bausteine zur Sprachinhaltsforschung. Neuere Sprachbetrachtung im Austausch mit Geistes-und Naturwissenschaft' (1963, Habil. 1961). |
| 1973 | Der Lehrstuhl 'Deutsche Literatur des Mittelalters' wird mit Uwe Ruberg (geb. 1936) erstbesetzt. Veröffentlichungen: 'Raum und Zeit im Prosa-Lancelot' (Diss. 1964) und 'Beredtes Schweigen in lehrhafter und erzählender deutscher Literatur des Mittelalters. Mit kommentierter Erstedition spätmittelalterlicher Lehrtexte' (1978, überarb. Fassung Habil. 1973/74). |
| 1974 | Eckhard Heftrich (geb. 1928)
wird als Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte und Vergleichende
Literaturwissenschaft auf den Lehrstuhl Martens' berufen. Veröffentlichungen:
'Zu philosophischen Interpretationen von Rilkes Dichtung' (Diss. 1958)
und 'Novalis. Vom Logos der Poesie' (1969). Franz Hundsnurscher (geb. 1935) wird Professor für Deutsche Philologie mit besonderer Berücksichtigung des Neuhochdeutschen. Veröffentlichungen: 'Das System der Partikelverben mit AUS in der Gegenwartssprache' (1968, Diss. 1967) und 'Handbuch der Dialoganalyse' (1993, Herausgeber zusammen mit Gerd Fritz). Marie-Luise Dittrich wird emeritiert. Günther Weydt wird emeritiert. |
| 1976 | Hubert Ohl (geb. 1927) tritt
die Nachfolge des zuvor mit Günther Weydt besetzten Lehrstuhls an.
Veröffentlichungen: 'Der reisende Enthusiast. Studien zur Haltung
des Erzählers in den 'Fantasiestücken' E.T.A. Hoffmanns' (1955)
und 'Bild und Wirklichkeit. Studien zur Romankunst Raabes und Fontanes'
(Habil. 1967). Ernst Ribbat (geb. 1939), ein Schüler Raschs, lehrt zunächst als Dozent, später als Professor mit der Lehrbefugnis 'Neuere deutsche Literatur' am Fachbereich Germanistik. Veröffentlichungen: 'Die Wahrheit des Lebens. Untersuchungen zum frühen Werk Alfred Döblins' (1970, Diss. 1968) und 'Ludwig Tieck. Studien zur Konzeption und Praxis romantischer Poesie' (1978, Habil. 1974). Lothar Köhn (geb. 1938), Wissenschaftlicher Rat und Professor, lehrt am Fachbereich mit der Lehrbefugnis 'Deutsche Philologie'. Veröffentlichungen: 'Vieldeutige Welt. Studien zur Struktur der Erzählungen E.T.A. Hoffmanns und zur Entwicklung seines Werkes' (1966) und 'Bildungs- und Entwicklungsroman. Ein Forschungsbericht' (1969). |
| 1977 | Den Lehrstuhl Dittrichs erhält Klaus Grubmüller (geb. 1938). Veröffentlichungen: 'Vocabularius ex quo. Untersuchungen zu lateinischdeutschen Vokabularen des Spätmittelalters' (Diss. 1967) und 'Meister Esopus. Untersuchungen zu Geschichte und Funktion der Fabel im Mittelalter' (1977, Habil. 1974). |
| 1978 | Als Wissenschaftlicher Rat und Professor
lehrt für ein Semester Robert Hinderling (geb. 1935) mit der
Lehrbefugnis 'Deutsche Sprache' am Fachbereich Germanistik. Er wird später
an die Universität Bayreuth berufen. Veröffentlichungen: 'Studien
zu den starken Verbalabstrakta des Germanischen' (1967, Diss. 1964) und
'Die deutsch-estnischen Lehnwortbeziehungen im Rahmen einer europäischen
Lehnwortgeographie' (1981, Habil. 1977). Von 1978-1980 lehrt Hans-Werner Eroms (geb. 1938) als Wissenschaftlicher Rat und Professor mit der Lehrbefugnis 'Deutsche Sprache'. Veröffentlichungen: ''vreude' bei Hartmann von Aue' (Diss. 1970) und 'Valenz, Kasus und Präpositionen. Untersuchungen zur Syntax und Semantik präpositionaler Konstruktionen in der deutschen Gegenwartssprache' (1981, Habil. 1977). Als Privatdozent für Deutsche Sprache lehrt Franz Simmler (geb. 1942) von 1978-80 am Fachbereich Germanistik (heute Berlin). Veröffentlichungen: 'Die westgermanische Konsonantengemination im Deutschen unter besonderer Berücksichtigung des Althochdeutschen' (Diss. 1974) und 'Graphematischphonematische Studien zum althochdeutschen Konsonantismus, insbesondere zur zweiten Lautverschiebung' (1981, Habil. 1978). |
| 1979 | Als Privatdozent lehrt bis 1980 Heinz
Gockel, ein Schüler Heftrichs, (geb. 1941) mit der Lehrbefugnis
Neuere deutsche Literatur am Fachbereich Germanistik in Münster (später
Professor an der Universität Bamberg). Veröffentlichungen: 'Individualisiertes
Sprechen. Lichtenbergs Bemerkung im Zusammenhang von Erkenntnistheorie
und Sprachkritik' (Diss. 1971) und 'Mythos und Poesie. Zum Mythosbegriff
in Aufklärung und Frühromantik' (1979). Uwe Ruberg wird als ordentlicher Professor an die Universität Mainz berufen. |
| 1981 | Sigurd Wichter (geb. 1944) wird
Professor für Deutsche Sprache. Veröffentlichungen: 'Probleme
des Modusbegriffs im Deutschen' (1978) und 'Signifikantgleiche Zeichen.
Untersuchungen zu den Problembereichen Polysemie, Homonymie und Vagheit
auf der Basis eines kommunikativen Zeichenbegriffs am Beispiel deutscher
Substantive, Adjektive und Verben' (1988). Uwe Ebel (geb. 1943) lehrt zunächst als Privatdozent, später als Professor Nordische Philologie. Veröffentlichungen: 'Rezeption und Integration skandinavischer Literatur in Thomas Manns Buddenbrooks' (1974) und 'Studien zu skandinavischen Reisebeschreibungen von Linné bis Andersen'. Jan-Dirk Müller (geb. 1941) wird Professor für Deutsche Literatur des Mittelalters (ab 1984 Professor in Hamburg). Veröffentlichungen: 'Wielands späte Romane '(1971) und 'Gedechtnus. Form und Funktion der Hofliteratur um Maximilian I' (1981). |
| 1982 | Dietmar Peil (geb. 1943), ein
Schüler Friedrich Ohlys, lehrt nach seiner Habilitation für kurze
Zeit am Fachbereich als Privatdozent für Deutsche Philologie. Er lehrt
heute in München. Veröffentlichungen: 'Die Gebärde bei Chrétien,
Hartmann und Wolfram. Erec – Iwein – Parzival' (1975) und 'Untersuchungen
zur Staats- und Herrschaftsmetaphorik in literarischen Zeugnissen von der
Antike bis zur Gegenwart' (1983). Hartmut Beckers (geb. 1938), ein Schüler Triers, wird Professor am Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft. Veröffentlichungen: 'Die Wortsippe *hail und ihr sprachliches Feld im älteren Westgermanischen (Altenglischen und Altdeutschen)' (Diss. 1968) und als Herausgeber, zusammen mit Helmut Gipper, 'Bibliographisches Handbuch zur Sprachinhaltsforschung'. (Teil I bearbeitet von Hartmut Beckers, Hartwig Franke, Kristina Franke et. al. (1980).) Friedrich Ohly wird emeritiert. |
| 1983 | Franz-Josef Worstbrock (geb.
1935) wird als Professor für Deutsche Philologie mit besonderer Berücksichtigung
der deutschen Literatur des Mittelalters auf den Lehrstuhl Ohlys berufen.
Veröffentlichungen: 'Elemente einer Poetik der Aeneis. Untersuchungen
zum Gattungsstil Vergilianischer Epik' (1963) und 'Deutsche Antikerezeption
1450-1550' (1976). Lothar Voetz (geb. 1945), ein Schüler Schützeichels, lehrt nach seiner Habilitation (1982) als Privatdozent für Deutsche Philologie in Münster, vertritt von 1982-85 eine Professur in Heidelberg und wird dort von 1985-89 Professor auf Zeit. Von 1989-1990 vertritt er Professuren in Münster, seit 1992 ist er Professor in Heidelberg. Veröffentlichungen: 'Komposita auf -man im Althochdeutschen, Altsächsischen und Altniederfränkischen' (1977, Diss. 1975) und 'Die St. Pauler Lukasglossen. Untersuchungen, Edition, Faksimile. Studien zu den Anfängen althochdeutscher Textglossierung' (Habil. 1985). Manfred Kohrt (geb. 1947), ein Schüler Hundsnurschers, lehrt zunächst als Privatdozent, von 1985 – 1988 als Professor Germanistische Linguistik. Er wird später Professor in Berlin und ist heute Professor an der Universität Bonn. Veröffentlichungen: 'Koordinationsreduktion und Verbstellung in einer generativen Grammatik des Deutschen' (1976) und 'Problemgeschichte des Graphembegriffs und des frühen Phonembegriffs' (1985). Als Privatdozent lehrt Klaus Harro Hilzinger (geb. 1946), ein Schüler Krafts, bis 1987 Neuere deutsche Literatur am Fachbereich Germanistik. Er wird später Professor in Stuttgart. Veröffentlichungen: 'Die Dramaturgie des dokumentarischen Theaters' (1976) und Mitherausgeber: 'Friedrich von Schiller, Werke', Nationalausgabe (1982). Als Privatdozent lehrt Jürgen Lenerz (geb. 1945), ein Schüler Grubmüllers, Germanistische Linguistik in Münster. Er wird später Professor in Köln. Veröffentlichungen: 'Zur Abfolge nominaler Satzglieder im Deutschen' (1977, Diss. 1976) und 'Syntaktischer Wandel und Grammatik-Theorie. Eine Untersuchung an Beispielen aus der Sprachgeschichte des Deutschen' (Habil. 1984). Als Privatdozent lehrt Winfried Nolting (1947 – 1984), ein Schüler Arntzens, mit der Lehrbefugnis 'Neuere deutsche Literatur' am Fachbereich Germanistik. Veröffentlichungen: 'Der totale Jargon. Studien zu Ödön von Horváths dramatischem Stil' (1976, Diss. 1974) und 'Die Objektivität der Empfindung. Hölderlin. Mit einer Einleitung zu Kant und Hegel' (1989, Teil der Habil.-Schrift von 1983). |
| 1984 | Heinrich Tiefenbach (geb. 1944),
ein Schützeichel-Schüler, lehrt nach seiner Habilitation für
kurze Zeit mit der Lehrbefugnis 'Deutsche Sprache'. Ab 1986 Professor an
der Universität Regensburg. Veröffentlichungen: 'Studien zu Wörtern
volkssprachlicher Herkunft in karolingischen Königsurkunden' (1973,
Diss. 1970) und 'Xanten – Essen – Köln. Untersuchungen zur Nordgrenze
des Althochdeutschen an niederrheinischen Personennamen des 9.-11. Jahrhunderts'
(1984, Habil. 1983). Clemens-Peter Herbermann (geb. 1941) wird Nachfolger von Helmut Gipper als Professor für Allgemeine und Germanistische Sprachwissenschaft. Veröffentlichungen: 'Etymologie und Wortgeschichte. Die indo-germanische Sippe des Verbums 'strotzen'' (1974) und 'Wort, Basis, Lexem und die Grenze zwischen Lexikon und Grammatik. (1981). |
| 1985 | Hans-Joachim Behr (geb. 1949) lehrt als Privatdozent, ab 1986 für fünf Jahre als Professor auf Zeit Deutsche Philologie. 1992 wird ihm der Titel außerplanmäßiger Professor zugesprochen, danach lehrt er als Professor in Braunschweig. Veröffentlichungen: 'Politische Realität und literarische Selbstdarstellung. Studien zur Rezeption volkssprachlicher Texte in der lateinischen Epik des Hochmittelalters' (1978, Diss. 1977) und 'Literatur als Machtlegitimation. Studien zur Funktion der deutschsprachigen Dichtung am böhmischen Königshof im 13. Jahrhundert' (Habil. 1984). |
| 1986 | Karl-Heinz Hucke (geb. 1947), ein Schüler Krafts, lehrt als Privatdozentmit der Lehrbefugnis 'Neuere deutsche Literatur' am Fachbereich Germanistik. Veröffentlichungen: 'Utopie und Ideologie in der expressionistischen Lyrik. Studien zur literarischen Evolution utopischer Korrektive und ideologischer Korrelate in den Werkkontexten von René Schickele, Ernst Stadler, Ernst Wilhelm Lotz, Ludwig Rubiner und Kurt Heynicke' (1980, Diss. 1978) und 'Der integrierte Außenseiter. Hesses frühe Helden' (1983). |
| 1988 | Franz-Josef Worstbrock folgt einem Ruf nach München. Eberhard-Wilhelm Schulz hält seine Abschiedsvorlesung und zieht nach München. |
| 1989 | Mit der Lehrbefugnis Deutsche Philologie
(Sprachwissenschaft) lehrt Eckhard Meineke (geb. 1953), ein Schüler
Schützeichels, als Hochschuldozent. Ab 1994 Professor in Jena. Veröffentlichungen:
'Saint-Mihiel Bibliothèque Municipale Ms. 25. Studien zu den althochdeutschen
Glossen' (Diss. 1983) und 'Abstraktbildungen im Althochdeutschen. Wege
zu ihrer Erschließung' (1994, Habil. 1989). Eckard Rolf (geb. 1951), ein Schüler Hundsnurschers, lehrt als Hochschuldozent mit der Lehrbefugnis Deutsche Philologie (Sprachwissenschaft). Veröffentlichungen: 'Sprachliche Informationshandlungen' (Diss. 1983) und 'Die Funktionen der Gebrauchstextsorten' (1993, Habil. 1989). Mit der Lehrbefugnis für Deutsche Philologie (Neuere deutsche Literatur) lehrt Michael Neumann (geb. 1951), ein Schüler Heftrichs, als Hochschuldozent. Veröffentlichungen: 'Das Ewig-Weibliche in Goethes Faust' (Diss. 1985) und 'Unterwegs zu den Inseln des Scheins' (1991, Habil. 1989). |
| 1990 | Werner Zillig (geb. 1949), ein Schüler Hundsnurschers, lehrt als Hochschuldozent mit der Lehrbefugnis 'Deutsche Philologie (Sprachwissenschaft)'. Veröffentlichungen: 'Bewerten. Sprechakttypen der bewertenden Rede' (1982, Diss. 1981) und 'Benehmen und Konversation. Die Textsorte 'Anstandsbuch' und die Gesprächsnormen in den deutschen Benehmens- und Anstandslehren seit Knigges 'Über den Umgang mit Menschen' (1788-1988)' (Habil. 1990). |
| 1991 | Ruth Schmidt-Wiegand wird emeritiert. Klaus Grubmüller folgt einem Ruf nach Göttingen. |
| 1992 | Volker Honemann (geb. 1943) wird auf den Lehrstuhl Worstbrocks berufen. Seine Lehrbefugnis lautet 'Deutsche
Literatur des Mittelalters unter Einbeziehung der mediävistischen
Komparatistik'. Veröffentlichungen: 'Die 'Epistola as fratres de Monte
Dei' des Wilhelm von Saint-Thierry. Lateinische Überlieferung und
mittelalterliche Übersetzungen' (Überarbeitete Diss. 1978) und
'Deutsche Literatur in der Laienbibliothek der Basler Kartause 1480-1520' (Habil.). Rudolf Schützeichel wird emeritiert. |
| 1993 | Tomas Tomasek (geb. 1949) erhält
den Lehrstuhl Grubmüllers. Veröffentlichungen: 'Die Utopie im
'Tristan' Gotfrids von Straßburg' (1985, Diss. 1980) und 'Das deutsche
Rätsel im Mittelalter' (1994, Habil. 1990). Eckhard Heftrich wird emeritiert. |
| 1994 | Edda Weigand (geb. 1943) erhält
eine Professur für Sprachforschung am Zentrum für Sprachforschung
und Sprachlehre. Veröffentlichungen: 'Die Zuordnung von Ausdruck und
Inhalt bei den grammatischen Kategorien des Deutschen' (1978, Diss. 1975)
und 'Sprache als Dialog. Sprechakttaxonomie und kommunikative Grammatik'
(1989, Habil. 1985). Hubert Ohl wird emeritiert. |
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